Auszüge unseres Leitfadens
Viele Unternehmer – vor allem Kleinbetriebe und
Mittelständler – arbeiten Tag für Tag
von morgens bis spät abends (meist auch am Wochenende)
in ihrem Unternehmen. Nur wenige Unternehmer nehmen
sich jedoch auch regelmäßig ein paar Stunden
Zeit, um über Ihr Unternehmen nachzudenken. Ganz
im Gegenteil, man freut sich, wenn Arbeit vorhanden
ist und ist zufrieden, wenn die Arbeit geleistet und
die Gegenleistung (das Geld) eingetroffen ist.
Wie man jedoch die Erträge und auch die eigene
Arbeitsleistung verbessern kann, darüber machen
sich in guten Zeiten nur wenige Gedanken. In schlechten
Zeiten ist es dann oft schon zu spät. Und auch
da denkt der Unternehmer oft nur noch daran: Wo kann
ich etwas sparen? Aber das Gewinnpotential liegt unseres
Erachtens immer dort, wo der Umsatz gesteigert werden
kann, was nicht heißen soll, dass auch an den
Betriebsausgaben verdient werden kann, wenn man sie
minimiert.
Die Frage ist jedoch: Kann ich meinen Umsatz (mit limitiertem
Aufwand) mehr steigern, als an Kosten sparen und wie
ist meine Gewinnspanne? Die Fixkosten sinken bei steigendem
Umsatz, die variablen Kosten steigen oft proportional
zum Umsatz. Es sind im Prinzip alles berechenbare Größen,
nur kaum einer weiß sie zu deuten.
Kann man seinen Gewinn dadurch positiv beeinflussen,
indem man nur auf das monatliche Ergebnis in der BWA
(Betriebswirtschaftliche Auswertung) schaut? Nein!
Ganz klar nicht!
Der Blick muss aus unserer Sicht auf dem Umsatz liegen
– aber ganz sicher nicht unter dem Motto: Umsatz
ist Alles! Umsatz, der zum Deckungsbeitrag beiträgt,
ist sinnvoll, Umsatz, der den Gewinn erhöht ist
besser; Umsatz, der den Gewinn überproportional
erhöht (weil z.B. die Fixkosten nicht weiter steigen
und die variablen Kosten nur einen geringfügigen
Anteil haben), dient dem Unternehmenserfolg natürlich
bestens.
Der Autor dieses Artikels hat in seiner über 13-jährigen
selbstständigen Tätigkeit nie auf den Gewinn
geschaut, er war für ihn immer „nur sekundär“.
Das heißt ganz einfach: Es war und ist ihm wichtig,
dass er in seinem Unternehmen andere Potentiale hat
und auch fördert:
Dies sind zum Beispiel:
Mitarbeiter
Nur ein motivierter Mitarbeiter bringt Leistung und
damit Erfolg für das Unternehmen – wer demotiviert
zur Arbeit kommt und frustriert nach Hause geht, der
bringt das Unternehmen nicht weiter, sondern wirkt eher
schädlich auf die Entwicklung der positiv zum Unternehmen
stehenden Mitarbeiter.
Kundenzufriedenheit
Der Kunde ist König! Diesen Spruch sollten Sie
sich einprägen. Es ist nicht nur eine dahergesagte
Floskel. Wer den Kunden pflegt und mit ihm eine dauerhafte
Beziehung aufbaut, der hat mehr Unternehmenspotential
als Unternehmer, die dies nicht tun.
Machen Sie eine Kundenbefragung, wie der Kunde mit Ihrem
Unternehmen zufrieden ist und lernen Sie daraus.
Geben Sie Ihren Kunden „Garantien“ und
Sie werden sehen, dass viele plötzlich aufmerksam
werden und sich fragen, warum macht er das? So könnte
zum Beispiel ein Handwerker die Zusicherung bei einer
Terminvereinbarung geben, dass er die erste Stunde seiner
Arbeit nicht berechnet, wenn er zu dem Termin länger
als eine Viertelstunde zu spät kommt (Wer hat noch
nicht die Erfahrung gemacht, dass viele Handwerker prinzipiell
zu spät kommen oder einen Termin ganz vergessen!).
Sie werden als Handwerker dann einerseits selbst daran
interessiert sein pünktlich zu kommen, da Sie ansonsten
weniger Umsatz machen und andererseits sieht Ihr Kunde,
dass er auf Ihr Wort zählen kann.
Unternehmens-Outfit
Sie müssen sich von Beginn an darüber im
Klaren sein, dass Sie in der Regel nur „eine“
Chance haben einen Kunden zu gewinnen. „Der
erste Eindruck zählt!“ Wenn sich jemand nach
Ihrem Produkt oder Ihrer Leistung am Markt erkundigt,
wird er sich auch bei Konkurrenzunternehmen umsehen.
Es kommt daher wesentlich auf Ihr Unternehmens-Outfit
und Ihr Auftreten am Markt an, ob Sie gegenüber
Mitbewerbern bestehen können. Wer sein Unternehmen
nach außen schlecht präsentiert, der verliert
Kunden und ist sich darüber gar nicht bewusst.
Mit „Kunden verlieren“ ist hier gemeint:
Die Chance zu vergeben Neukunden zu gewinnen. Sie fragen
sich sicher, dass Sie das sowieso nicht messen können.
Mag sein, aber Ihre Konkurrenz hat vielleicht einen
wesentlich höheren Neuzugang an Kunden als Sie.
Macht Sie das zufrieden?
Achten Sie auch auf Ihr Firmenlogo sowie Ihr Briefpapier
mit Visitenkarten und auf die Rechtschreibung. Warum,
werden Sie sich jetzt vielleicht fragen? Ein professioneller
Auftritt bringt weit mehr als eine Darstellung, die
den eventuellen Kunden nicht begeistert. Wie würden
Sie reagieren, wenn Sie auf einen kopierten Briefpapier
eine Einladung zu einem Vortrag erhalten, der Sie zwar
interessiert, Ihnen aber anhand des Einladungsschreibens
schon Rechtschreibfehler auffallen und das kopierte
Briefpapier auf die Sparsamkeit des Absenders hinweist.
Wahrscheinlich werden Sie die Einladung erst gar nicht
annehmen und so dem Einladenden nicht die Chance geben,
Sie kennen zu lernen.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf die Erläuterungen
unter Punkt 6 „Auftritt im Internet, Firmenlogo,
Briefpapier, Visitenkarten!“
Rechnungsstellung
Die Leistung sollte sofort nach dem Erbringen abgerechnet
werden. Je schneller man die Leistung abrechnet, desto
positiver stellt sich die Finanzlage des Unternehmens
dar. Wer beim Bäcker Brötchen kauft, zahlt
sofort und in bar. Wer in einem Versandhaus etwas bestellt,
bekommt die Ware zusammen mit der Rechnung. Daher sollte
auch für Sie gelten: Mit Übergabe Ihrer Leistung
bzw. der Ware sollte auch Ihre Rechnung übergeben
werden. Leistung gegen Gegenleistung.
Unsere Anregung ist daher: Nehmen Sie sich regelmäßig
(z.B. einmal im Monat) ein paar Stunden Zeit, um über
Ihr Unternehmen nachzudenken, darüber,
wie Sie z.B. Arbeitsabläufe beschleunigen, wie
Sie Arbeiten aus Ihrem eigenen Bereich an Mitarbeiter
delegieren. Sie schaffen sich damit mehr Freiraum, den
Sie für Ihr Unternehmen nutzen können.
Übertragen Sie auch Verantwortung an Mitarbeiter.
Fast ein jeder Mensch braucht auch Zufriedenheit in
seiner Arbeit, Bestätigung für das, was er
getan hat. Wird einem Mitarbeiter mehr Verantwortung
übertragen, so fühlt er sich damit auch selbst
bestätigt. Gehen Sie auch mit Lob nicht sparsam
um. Dort wo jemand Lob verdient hat, sollte man es ihm
auch sagen.
Oft fällt es einem gar nicht bewusst auf und man
denkt nicht daran den entsprechenden Mitarbeiter zu
loben. Tragen Sie sich daher einen Vermerk in Ihren
Terminkalender ein „Lob an Mitarbeiter“.
Und noch ein Wort zu diesem Thema: Verdienst und somit
Geld stehen nicht immer vordergründig im Interesse
des Mitarbeiters. So ist es gerade in der heutigen Wirtschaftslage
für viele Arbeitnehmer wichtig, dass sie einen
sicheren Arbeitsplatz haben. Viele sind sogar bereit
auf einen Teil des Verdienstes zu verzichten, wenn sie
damit ihren Arbeitsplatz erhalten und das Unternehmen
des Arbeitgebers auf längere Sicht sichern können.
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